September 2018

Gedanken über Musiktherapie

Von |2019-01-10T12:00:08+00:00September 24th, 2018|Uncategorized|

„ Was ist eigentlich Musiktherapie?“  bin ich in den letzten 28 Jahren unzählige Male gefragt worden. Oder „ für wen machst Du das?“ Oder „ warum eigentlich Musiktherapie und nicht etwas anderes?“

Früher brachten mich diese Fragen regelmäßig an meine Grenzen.  Wie kann man jemanden, für den das alles neu ist, die Komplexität der Arbeits-, und Wirkungsweise von Musiktherapie in möglichst nur drei Sätzen erklären?

Es fällt mir immer noch schwer nur drei Sätze zu verwenden, aber ich rede mittlerweile gerne darüber.

Die Frage, die sich häufig daraus ergibt, ist : „ Wie wirkt Musik eigentlich?“

Musik begegnet unserem Selbst.

Wenn wir uns eine Harfe mit vielen Saiten vorstellen, die in ihrer Gesamtheit unserer Persönlichkeit, unserem Selbst entspricht, bringt Musik einzelne oder mehrere Saiten  dieser Harfe zum Schwingen. Sie resonieren mehr oder weniger stark, lösen dazu passende Gefühle aus und breiten sich als „Stimmung“ im Bewusstsein aus. In dieser Stimmung, die völlig unterschiedlich sein kann, sind Erlebnisse, Eindrücke und Erinnerungen enthalten. Sie drücken sich in Bildern, Geschichten oder Rollenspielen aus.

Musik gibt niemals eine „Stimmung“ vor, die von allen Hörern gleich empfunden wird. Sie verbindet sich ganz individuell mit unterschiedlichen „Saiten“ in uns. Mit dem, was wir erlebt haben, wie wir geprägt sind, unseren Bedürfnissen, Sehnsüchten, und Abneigungen.

Musikstücke, egal welches Genres, sind in ihrer Struktur so komplex, dass häufig  verschiedene Saiten der Persönlichkeitsharfe gleichzeitig in Schwingung geraten. Die Vielzahl der ausgelösten Gefühle kann vom Bewusstsein nicht mehr so gut wahrgenommen und differenziert werden.

Deshalb gehe ich in meiner Arbeit immer mehr zu einzelnen Klängen über. Die Wirkung löst häufiger ein konkretes Gefühl oder eine konkretere Erinnerung aus.

Seit kurzer Zeit kommt ein autistischer Junge zu mir in die Praxis.

Da spiele ich zum Beispiel Klänge mit Pedal auf dem Klavier, und er lauscht so lange, bis sie verklungen sind. Man sieht ihm an, wie er den Klang in sich aufnimmt. Vollständig.

In diesem Moment ist der Klang für ihn die ganze Welt. So intensiv habe ich selten jemanden lauschen sehen.

Eine Frau sang mit mir zusammen Töne und fing plötzlich an zu weinen, weil sie sich ihrer tiefen Einsamkeit bewußt wurde. Bei einer anderen Gelegenheit improvisierten wir über ein von ihr gemaltes Bild. Im Vordergrund war eine Welle zu sehen. Sie war sich sicher, dass ihr Spiel weich und ruhig werden würde. Nach einer „ aufwühlenden“ Improvisation sagte sie, dass sie vor ihrem geistigen Auge den Meeresgrund gesehen hätte, auf dem spitze Steine und bizarre Hindernisse von der Welle aufgewirbelt worden wären. Sie war überrascht, dass sie plötzlich Wut spüren konnte.

Klänge entstehen und lösen Gefühle aus. Oder Gefühle sind da, und können mit Klängen ausgedrückt werden. Unterdrückte Gefühle können so nach draußen gelangen. Aggression oder Wut sind plötzlich nichts schlechtes mehr, sondern bringen Lebendigkeit und Vielfalt ins Spiel.

Sie können bewußt wahrgenommen und schließlich losgelassen werden.

Juli 2018

Mein erster Blog

Von |2018-08-08T08:32:13+00:00Juli 18th, 2018|Uncategorized|

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Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Ihr lest meinen ersten Blog. Ich freue mich.

Seit fast 30 Jahren arbeite ich als Therapeutin. Musiktherapie, Einzeltherapie, Paar- und Sexualtherapie, Körpertherapie.

Zusammen mit meinem Mann Eilert, ebenfalls Therapeut und auch Buchautor, betreiben wir unsere eigene Praxis in Berlin Lichtenrade. Mitten im Grünen. Wir haben uns eine kleine Oase geschaffen. Einen ruhigen, friedlichen Ort.

Vor einem ¾ Jahr habe ich das erste Mal über „Marketing“ nachgedacht: Wie ist es wohl, wenn mich jemand auf „google“ findet und darüber nachdenkt, sich mir anzuvertrauen? Bin ich gut „sichtbar“? Als Mensch? Als Therapeutin?

Mir war klar: ich möchte (muss) mich mehr zeigen. Und dies tue ich. Mit meiner neuen Webseite.

Für mich sozusagen zweifache Premiere. Mein erster Blog und meine neue Webseite. Ich bin stolz darauf.

Die Arbeit an meiner Webseite war für mich ein Prozess: manchmal dachte ich: oh, das bist Du ja auch. Und auch das kannst Du. Und auch das hast Du gelernt. Ich dachte zurück an meine ersten Ausbildungen. Und konnte gut fühlen, wo ich heute, als erfahrene Therapeutin, stehe.

Ich stehe sicher. Auf einem soliden Fundament. Mit einem großen Erfahrungsschatz. Vielschichtig. Farbenreich. Mein gesamter Lebenslauf hat seinen Platz auf der Webseite.

Ich bin keine „Schulpsychologin in weißem Kittel“. Niemand kommt zu mir, weil er/sie „krank ist“. Therapie darf keine Angst machen.

Menschen kommen mit freiem Willen und aus eigener Motivation zu mir. Weil sie in Beziehung zu sich selbst gehen möchten. Ihren Wert erkennen und schätzen möchten. Weil sie gut für sich sorgen wollen.

Aus diesem Grund werde ich in der Zukunft auch Blogs schreiben: Um Euch von Psyche und Therapie zu erzählen. Das Ganze ein bisschen zu entstrubbeln, vielleicht sogar zu entmystifizieren.

Um Euch einen Zugang zu geben; Hemmungen zu nehmen.

Ich freue mich auf Begegnungen mit Euch. Wenn Ihr meine „Neuigkeiten von Judika“ lesen möchtet. Oder persönlich zu mir kommt. Nach Berlin Lichtenrade in unsere grüne Oase.

Judika.